Beeinflussung der Wasser-Infiltrationsrate im Winter

In der Schweiz und vielen Länder in Europa startet die Spielsaison im Fussball im Spätsommer und endet im späten Frühjahr des darauf folgenden Jahres.

Wohl auch in diesem Jahr überlegt man die Spielzeiten zu verlängern so dass ein Spiel selbst im Dezember und Januar auf Naturnatur stattfinden wird.

Somit kommen die Spiele in die Jahreszeit, die für einen Naturrasen aus pflanzenphysiologischen Gründen ungünstig sind. Einer diese Faktoren mit dem überwiegend grössten Einfluss ist die Wasserbewegung im Boden sprich der Wassergehalt respektive die Wasserdurchlässigkeit auf dem Naturrasen Flächen.

Der Wassergehalt im Boden ist im Winter grösser, da die Niederschlagsmengen die Evapotranspiration übersteigen. Studie (CANAWAY,1993)

Eine Studie von WEGE/MEHNERT, 2009 hat dieses Verhalten in zwei Versuchen mit einer Drainschichtbausweise (DIN) und einer bodennahen Bauweise über ein Jahr gemessen. Beide Plätze wurden 15 Stunden pro Woche bespielt. Die Wasserinfiltration wurde vor Ort mit dem Doppelzylinder-Infiltrometer gemessen. Die Versuchsanstellung orientierte sich an DIN EN 12616. Eine Studie von BAKER,1992 belegt, dass neben der absoluten Höhe der Wasserdurchlässigkeit die tatsächlich gemessene Infiltration überwiegend von der temperaturabhängigen Viskosität des Wassers bestimmt wird.

Bei den Versuchsmessungen nahmen bei beide Spielfeldern die Infiltrationsrate über den Messzeitraum gegen Ende Jahr ab. 

Massnahmen wie Aerifizieren und Bodenlockerung ergaben keine wesentliche Verbesserung der Wasserinfiltrationen in den Wintermonaten. 

Gemäss ADAMS (1981) ist die kritische Infiltrationsrate 0,3 mm/min (18 mm/h) die nicht unterschritten werden kann bei einem Spielbetrieb im Winter.

Bei der Drainschichtbauweise sank der Wert von ursprünglich 1.8 mm /min (108mm/h) im September auf 0.3 mm/min (18 mm/h) im Dezember. 2 Werte waren leicht darunter.

Die bodennahe Bauweise Schnitt mit 0.21 mm/min im September bei noch 0.18 mm/min im Dezember deutlich schlechter ab.

Jahreszeit

Der Spielfeldbetrieb und Fussballverband nimmt (zu) wenig Rücksicht auf jahreszeitliche Wetterbedingungen und ihre Auswirkungen auf die Rasensportplätze. Es wäre ein Model wie in Nordländer empfehlenswert, mit kürzere Sommerpause und kein Spielbetrieb von November bis Februar.

Der Spielbetrieb und Fussballverband nimmt (zu) wenig Rücksicht auf jahreszeitliche Wetterbedingungen und ihre Auswirkungen auf die Rasensportplätze

Frühzeitige Pflege

Pflegemassnahmen helfen oftmals in den Wintermonaten kaum mehr. Wichtig ist aus meiner Sicht proaktiv im Spätherbst die notwendigen Massnahmen treffen, wie richtige kalibetonte Düngung, das Aerifizieren zur richtigen Zeit. Dies fördert das Wurzelwachstum und helfen mit Makroporen den Boden zu öffnen und so auch Wasser durchlassen.

Messung

Wege Mehnert wie auch Baker 1982 und 1988 und Baker 1988 kommen zum Schluss dass eine Mindestinfiltrationsrate von 0.3 mm/min (18 mm/h) nicht unterschritten werden darf.  

Bei Temperaturen unter 5 Grad sind diese Werte schwierig zu erreichen. Werden diese Werte nicht erreicht, ist ein Spiel nicht möglich.

Bauliche Massnahme

Bei der Bauweise ist je nach Bedürfnis und Priorität der Rasenaufbau zu wählen. Ein Augenmerk ist auf einen Winternaturrasen zu halten, aus dem Englischen für winter games pitch.

Die Ergebnisse der Arbeit WEGE/MEHNERT zeigt, dass die Wasserdurchlässigkeit von Rasentragschichtsubstraten von Trainings- und Punktspielplätzen sowohl unter Labor- wie auch Feldbedingungen zur Sicherstellung eines geordneten Winterspielbetriebs sehr hoch sein muss.

Es sind keine Werte bei der Drainschichtbauweisen über 18 mm / h zu erwarten in den Wintermonaten November-Februar. Insbesondere bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius.

1 mm = 1 Liter

Tabelle Baspo Schrift 121 Planungsgrundlagen Naturrasen

In der Grafik wird orange die fehlenden Kapazität auf einem Naturrasen in den Wintermonaten dargestellt. Gut abzulesen sind die Vor- und Rückrunden der Fussballer.

Thema Winternaturrasen

Daten aus der Studie WEGE/MEHNERT umgerechnet im Durchschnitt in mm/h

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