Martin Rinderknecht
22. Februar 2025
Startschuss für die erste Rasendüngung: Mit der richtigen Temperatursumme zum satten Rasen
Die Anforderungen an eine Rasenfläche können sehr unterschiedlich sein – ob Zierrasen, Sportrasen oder Landschaftsrasen, der jeweilige Nutzungsanspruch bestimmt das Pflegekonzept. Ein immer grüner Rasen ist heute fast schon Standard, wie man beispielsweise in den Stadien der Bundesligavereine beobachten kann. Doch was gibt eigentlich den Startschuss für die erste Rasendüngung? Das zentrale Schlüsselwort lautet: Temperatursumme.
Die Bedeutung der Temperatursumme in der Rasenpflege
Die Vegetationsentwicklung des Rasens wird maßgeblich durch die Temperatur beeinflusst. Moderne Beispiele, wie der gezielte Einsatz von Bodenheizungen in Stadien, zeigen, dass bereits im Februar erste Grüntöne und Wachstumsschritte sichtbar werden. Diese positiven Effekte beruhen auf einem entscheidenden Parameter: der Temperatursumme. Hierbei werden die positiven Tagesmitteltemperaturen (gemessen in 2 m Höhe) addiert, während negative Werte unberücksichtigt bleiben – ein verlässlicher Indikator für den Beginn der aktiven Wachstumsphase.
Wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage
An der Versuchsstation des BASF Agrarzentrums wurden zwischen 1996 und 1998 umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um den optimalen Starttermin für die Frühjahrsdüngung zu ermitteln. Die Studien zeigten, dass Flächen mit einer vorausgegangenen Spätherbstdüngung im Frühjahr als erste ergrünten. Verschiedene Temperaturvarianten – 100° C, 150° C, 200° C, 300° C und 450° C – wurden hinsichtlich des Wachstumsbeginns und der Farbausprägung des Rasens getestet. Bereits bei einer Temperatursumme von 100° C setzte der erste Ergrünungseffekt ein. Neben der Temperatursumme flossen weitere Parameter wie Belastungsintensität, Stickstoffmenge und das Alter der Rasennarbe in die Bewertung ein. Begleitende Bodenuntersuchungen bis 90 cm Tiefe ergaben zudem, dass praktisch kein Nitratstickstoff vorhanden war, was auf äußerst geringe Stickstoffauswaschungsverluste hinweist.
Praktische Empfehlungen für den optimalen Duengestart
Für viele Profi- und Hobby-Rasenbesitzer stellt sich die Frage, wann genau die Frühjahrsdüngung beginnen sollte. Die Ergebnisse der Versuchsreihen legen nahe, dass insbesondere bei Sportrasen die Düngung erfolgen sollte, sobald am Standort eine Temperatursumme zwischen 100° C und 150° C erreicht ist. Regional variieren die Temperaturverläufe – in manchen Jahren wird dieser Wert bereits Ende Februar, in anderen erst Ende März erreicht. Daher empfiehlt es sich, lokale Wetterdaten von regionalen Stationen anzufordern, um die individuellen Bedingungen optimal zu nutzen.
Mit diesem gezielten Düngesystem lässt sich die nutzbare Vegetationszeit in manchen Jahren erheblich verlängern, sodass der Rasen nicht nur optisch, sondern auch in seiner Widerstandskraft nachhaltig verbessert wird.
Fazit
Die Temperatursumme erweist sich als entscheidender Parameter, um den richtigen Startschuss für die erste Rasendüngung zu geben. Durch das genaue Beobachten der Temperaturentwicklung und die Anpassung der Düngestrategie an die individuellen Standortbedingungen legen Sie den Grundstein für einen vitalen, grünen Rasen – ob im heimischen Garten, auf Sportanlagen oder in Landschaftsbereichen. Nutzen Sie dieses Wissen, um Ihre Rasenpflege zu optimieren und das ganze Jahr über von einer üppigen Vegetationsphase zu profitieren.
Deutscher Wetterdienst (DWD):
Auf der Website des DWD finden Sie umfangreiche Klimadaten, oft auch unter Rubriken wie „Wärmesumme“ oder „Growing Degree Days“, die für landwirtschaftliche und gärtnerische Zwecke genutzt werden. EH GruenlandtempsumSchweiz Wetterdaten – Agrometeo
MeteoSchweiz:
Als offizielle Wetterseite der Schweiz bietet MeteoSchweiz (meteo.admin.ch) umfassende Klimainformationen. Zwar steht dort nicht immer explizit „Temperatursumme“ im Vordergrund, aber die verfügbaren Temperaturverläufe und Klimadaten lassen sich als Basis für die Berechnung heranziehen.
Österreich
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG):
Die ZAMG (zamg.ac.at) stellt detaillierte Wetter- und Klimadaten bereit, die u.a. für die Ermittlung von Wärmesummen genutzt werden können. Regionale Auswertungen und spezielle Tools unterstützen dabei, den optimalen Zeitpunkt für landwirtschaftliche Maßnahmen abzuleiten. dabei, den optimalen Zeitpunkt für landwirtschaftliche Maßnahmen abzuleiten.




