Martin Rinderknecht
23. Januar 2026
Regenwürmer im Rasen – Nützling oder Störfaktor?
Ein gesunder Rasen basiert auf einem aktiven Bodensystem. Neben optischen Kriterien wie Dichte, Ebenflächigkeit und Belastbarkeit gewinnen ökologische Aspekte wie CO₂-Bindung, Kühlung und Bodenleben zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang spielen Regenwürmer eine zentrale Rolle.
Bedeutung für Boden und Rasen
Regenwürmer verbessern die Bodenstruktur, fördern die Durchlüftung und erhöhen die Wasserinfiltration. Zudem zersetzen sie organisches Material wie Laub oder Rasenfilz und tragen so wesentlich zur Bodenfruchtbarkeit bei. Ein aktiver Regenwurmbesatz ist daher ein Zeichen für einen lebendigen Boden.
Je nach Lebensweise unterscheidet man:
Streuschichtbewohner, die organisches Material an der Oberfläche abbauen
Flachgräber, die den Oberboden lockern
Tiefgräber, die senkrechte Röhren anlegen und Wurmlosungen an die Oberfläche bringen
Warum Regenwürmer im Rasen stören können
Vor allem die Tiefgräber hinterlassen sichtbare Erdhäufchen auf der Rasenoberfläche. Diese Wurmlosungen beeinträchtigen die Ebenflächigkeit, Optik und Bespielbarkeit – besonders auf Sport-, Spiel- und Golfanlagen oder nach Regenperioden.
Nachhaltiger Umgang in der Praxis
Statt einer Bekämpfung empfiehlt sich ein gezieltes Management:
regelmässiges Abstriegeln der Rasenoberfläche
Besandung mit kantigem Quarzsand
Pflegekonzepte, die Nutzung und Bodenökologie in Einklang bringen
Fazit
Regenwürmer sind unverzichtbar für einen gesunden Boden, können im intensiv genutzten Rasen jedoch funktionale Nachteile verursachen. Mit angepasster Pflege lassen sich ihre positiven Effekte nutzen, ohne die Spiel- und Nutzbarkeit des Rasens einzuschränken.





