Martin Rinderknecht
1. Juli 2024
Die Qualität der Rasenflächen bei der EURO 2024 geriet aufgrund häufigen Rutschpartien der Spieler in den Fokus. Besonders in der Frankfurter Arena flogen beim EM-Spiel Dänemark gegen England Rasenteile umher, was auf unzureichende Scherfestigkeit hinwies, trotz UEFA-Prüfverfahren.
Gräser wie Lolium perenne und Poa pratensis bilden die Grundlage für strapazierfähige Fussballrasen, deren Eigenschaften je nach Wetter variieren. Spieler wählen in der Aufwärmphase das passende Schuhwerk, um optimale Standfestigkeit zu gewährleisten. Stollenschuhe mit SG-Sohlen (SG-Sohle = Soft Ground) eignen sich für rutschige Flächen, andere Systeme eher nicht.
Zur Messung der Scherfestigkeit werden Flügelsonden verwendet, jedoch gewinnen neue Methoden zur Bewertung der auf den Rasen ausgeübten Kräfte an Bedeutung. Prototypen wie der „Osnafoot“ simulieren die Einwirkung von Fussballstollen und helfen bei der Optimierung der Rasenpflege. Zukunftsweisend ist die Berücksichtigung von Wachstumsbedingungen und Messparametern wie Oberflächenhärte und Scherwiderstand, um Verletzungen zu minimieren und regelgerechtes Spiel zu gewährleisten. Ein zu tiefer Rasenschnitt im Entwicklungsstadium des Rollrasens könnte ebenfalls einen negativen Einfluss auf das Anwachsen gehabt haben. Siehe Top 10 Pflegefehler
Kernaussagen:
Die Scherfestigkeit des Rasens ist entscheidend für die Standfestigkeit der Spieler und die Spielqualität.
Die Wahl des richtigen Schuhwerks beeinflusst die Standfestigkeit auf verschiedenen Rasentypen.
Neue Messmethoden und Prototypen verbessern die Bewertung und Pflege von Fußballrasen.
Messbare Parameter wie Oberflächenhärte sowie Scher- und Drehwiderstand der Rasennarbe sollten bei der Entwicklung von Pflegekonzepten stärker berücksichtigt werden. Dadurch können die Anforderungen an den Rasen als Spielbelag besser erfüllt werden, um Spielerverletzungen zu vermeiden und ein regelgerechtes Spiel zu gewährleisten. Wo steht Ihr Rasen? Weiterlesen




