Fertigrasen (Rollrasen) für Sportplätze

Fertigrasen (Rollrasen) für Sportplätze

Fertigrasen (Rollrasen) für Sportplätze: Anforderungen, Qualitätskriterien und Grenzwerte zu Bestand, Filz, Boden, Fremdarten und Verlegung – kompakt erklärt.

Fertigrasen (Rollrasen) für Sportplätze: Anforderungen, Qualitätskriterien und Grenzwerte zu Bestand, Filz, Boden, Fremdarten und Verlegung – kompakt erklärt.

Sportrasen Wissen

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Rasensanierung

Rasensanierung

Rasensanierung

Martin Rinderknecht
Martin Rinderknecht

Martin Rinderknecht

9. April 2025

Rollrasen
Rollrasen
Rollrasen

Auf Baustellen und bei Sportrasen-Sanierungen fehlt oft die Zeit für eine Neuansaat. Fertigrasen (Rollrasen) bringt den Vorteil, dass die Narbe bereits vorentwickelt ist: schnelle optische Wirkung, raschere Nutzbarkeit und weniger Risiken in der Jugendphase (lückiger Aufgang, Unkrautdruck, ungleichmässiger Narbenschluss). Gerade in kurzen Spielpausen kann Fertigrasen eine sinnvolle Alternative sein, wenn eine Regenerationssaat nicht mehr reicht.

Was vor der Bestellung geklärt sein muss


Für Sportflächen sollte die Qualitätsdefinition vorab schriftlich mit dem Lieferanten fixiert werden. Entscheidend sind nicht nur die Grasarten, sondern auch Narbendichte, Reissfestigkeit, Filz, sowie die Eigenschaften des Anzuchtbodens (v. a. Feinanteile und organische Substanz). Die Anforderungen müssen zur Nutzung passen (Gebrauchsrasen vs. Strapazierrasen/Sportrasen).

Worauf es bei Sportplatz-Fertigrasen ankommt
Ein Sportrasen-Fertigrasen muss belastbar, dicht und möglichst sorten- bzw. artenrein sein. Kritisch sind:

  • Fremdarten (v. a. Poa annua) und Unkräuter

  • zu hoher Organik-/Filzanteil (fördert Weichheit, Krankheiten, Scherprobleme)

  • ungeeignete Bodenmatrix (zu viele Feinstanteile -> Verschlämmung, geringe Infiltration, Schmierhorizonte)

  • schwache Sodenstabilität (Reissen/Verformen beim Verlegen)

Einbau ist mitentscheidend
Auch die beste Sode scheitert, wenn sie schlecht verlegt wird. Fugen müssen geschlossen und angedrückt sein, sonst trocknen Kanten aus und es entstehen Nahtschäden. Direkt nach dem Verlegen sind ein sauberer Bodenschluss, konsequente Bewässerung und eine angepasste Folgepflege (Schnitt, Nährstoffe, Schonung/Belastungsaufbau) zentral.

Kurzfazit
Fertigrasen spart Zeit – aber nicht an der Qualitätssicherung. Wer klare Spezifikationen definiert (Bestand, Filz, Bodeneigenschaften, Fremdarten, Reissfestigkeit) und fachgerecht verlegt sowie nachpflegt, reduziert Ausfallrisiken deutlich und erreicht schneller eine belastbare, nachhaltige Rasennarbe.

Anforderungen & Qualitätskriterien (Sportplatz-Fertigrasen) – kompakt in Tabelle



Kriterium

Ziel / Richtwert (Praxis)

Warum wichtig

Prüfung / Hinweis

Nutzungsprofil

Gebrauchsrasen / Strapazierrasen klar definieren

Spezifikation muss zur Belastung passen

In Ausschreibung/Bestellung festhalten

Gräserarten/-sorten

gemäss RSM bzw. vereinbarter Mischung; Dominanz definieren (z. B. Poa pratensis oder Lolium/Poa)

Bestandesstabilität, Regeneration, Krankheitsdruck

Lieferspezifikation + Sichtkontrolle/Bestandesansprache

Fremdartenanteil gesamt

max. 2 %

Qualität, Optik, Spiel-/Belastbarkeit

Sichtkontrolle; heikle Arten separat bewerten

Poa annua Anteil

innerhalb Fremdarten: max. ca. 1 % (bzw. höchstens die Hälfte der Fremdarten)

Kurzlebig, anfällig, fördert Lücken/Stressprobleme

Besonders auf Samenstände/typische Blattmerkmale achten

Projektive Bodenbedeckung

mind. 95 %

schneller Narbenschluss, weniger Unkraut

Visuelle Beurteilung vor Lieferung

Narbendichte / Bestand

dicht, gleichmässig, ohne Lücken/Nester

Belastbarkeit, Optik, Sicherheit

Fotodoku + Abnahme auf Palette/Fläche

Rasenfilz

max. 5 mm

Filz fördert Krankheiten, Weichheit, Scherung

Filzmessung an Stichprobe (Querschnitt)

Organische Substanz im Anzuchtboden

< 3 %, besser < 2 %

zu viel Organik = instabil, weich, problematisch bei Nässe

Laborwert oder Lieferantennachweis, Stichprobe

Feinstanteile im Anzuchtboden

< 12 % unter 0,025 mm

Risiko für Verschlämmung/Schmierhorizonte

Korngrössenanalyse bzw. Deklaration

Körnungslinie Anzuchtboden

innerhalb Normbereich (gemäss vereinbarter Vorgabe)

Wasserführung, Tragfähigkeit, Infiltration

Labor / Nachweis, passend zum Unterbau abstimmen

Schäldicke (Dicksode)

ca. 35–38 mm

Sodenstabilität vs. zu viel Fremdboden

Stichprobe mit Messschieber, Liefervereinbarung

Reissfestigkeit der Sode

muss Transport/Einbau sicher überstehen

verhindert Zerreissen/Nahtprobleme

Praxis-Test bei Lieferung, Handling prüfen

Schnitthöhe bei Lieferung

ca. 35–40 mm

Stressreduktion, Reserve für Anwachsen

Sichtkontrolle, nicht “kurz geschoren” liefern lassen

Vitalität / Grünaspekt

frisch, turgeszent, ohne Hitzestress/Verfärbungen

Anwuchs und Krankheitsrisiko

Lieferung möglichst kühl/kurzzeitig, Paletten nicht stehen lassen

Verlegung – Fugen/Anstösse

dicht stossen, fest andrücken, keine offenen Nähte

verhindert Austrocknung der Ränder

Walzen/Anklopfen, heikle Stellen Handnacharbeit

Nachpflege (erste 2–4 Wochen)

konsequente Bewässerung, schonender Belastungsaufbau, angepasste Düngung/Schnitt

entscheidet über Anwuchs & Langzeitqualität

Pflegeplan vorab definieren (wer macht was, wann)

Rollrasen
Rollrasen
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